Rottweiler vs. Cane Corso
Kampf der Titanen

Mehr Wissen statt Vorurteile
Mir fällt auf, dass viele Menschen schnell über Hunde urteilen, aber wenig über Hunderassen und Hundegesetze wissen.
Deshalb möchte ich einige Missverständnisse klären.
Bei Begegnungen mit großen Hunden fühlen sich manche Halter von kleinen Hunden unwohl, wenn ein kräftiger Hund entgegenkommt.
Das kann ich verstehen – die Größe und Kraft eines großen Hundes wirken beeindruckend.
Wer einen grossen und kräftigen Hund führt, beschäftigt sich meist bewusst mit der Verantwortung. Bei einem Hund mit 50, 60 kg oder mehr, muss man sich der unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen, im Vergleich zu einem kleinen Hund bewusst sein.
Das bedeutet nicht, dass ein großer Hund automatisch gefährlicher ist.
Es bedeutet aber, dass Größe, Gewicht, Kraft und Verantwortung zusammengehören.
Jeder Hundehalter sollte sich mit seinem Hund auseinandersetzen, egal ob Chihuahua, Labrador, Rottweiler oder Cane Corso.
Nicht die Angst ist das Problem.
Nicht die Größe des Hundes ist das Problem.
Das Problem entsteht, wenn Halter ihre Verantwortung nicht ernst nehmen.
Ein großer Hund braucht Führung.
Ein kleiner Hund braucht ebenfalls Führung.
Sie haben doch da einen Rottweiler!
Dürfen Sie mit diesem Hund in Zürich spazieren?
Muss er einen Maulkorb tragen?

Nein.
Ich führe einen Cane Corso.

Ein großer, kräftiger, dunkler Hund wird oft als Rottweiler, „Kampfhund“ oder „Listenhund“ abgestempelt.
Ich wünsche mir mehr Respekt und Wissen.
Welche Rasse ist das?
Welche körperlichen Eigenschaften hat dieser Hund?
Wie wurde er erzogen?
Wie verhält er sich?
Kann der Halter seinen Hund kontrollieren?
Nicht Panik.
Nicht Vorurteile.
Nicht Halbwissen.
Fragt nach, bevor ihr einen Hund beurteilt.
Was ist das für eine Rasse?
Wie alt ist er?
Wie ist sein Wesen?
Wenn es euch interessiert, informiert euch über die Rasse. Das Internet bietet viele Möglichkeiten.

Ein Rottweiler ist nicht gleich ein Cane Corso.
Eine Bulldogge ist nicht automatisch ein „Kampfhund“.
Ein kräftiger Hund gehört nicht automatisch auf eine Rasseliste.
Eine Listenhunde-Einstufung? Ist eine Stigmatisierung und Diskriminierung bestimmter Rassen
Rottweiler und Cane Corso sind keine Kuscheltiere, aber auch keine Monster.
Es sind kräftige Hunde, deren Haltung Verantwortung erfordert.
Diese Verantwortung sollte man von jedem Hundehalter erwarten – unabhängig vom Gewicht des Hundes.
Das Hundegesetz
Im Kanton Zürich lohnt sich ein genauer Blick auf die Gesetzeslage.
Der Rottweiler steht seit dem 1. Januar 2025 auf der Rassetypenliste II.Erwerb, Zucht und Zuzug sind grundsätzlich verboten.
Für Rottweiler, die vor diesem Datum im Kanton Zürich gehalten wurden, gibt es eine Übergangsregelung mit Haltebewilligung.
Ja, es gibt weiterhin Rottweiler im Kanton Zürich.
Ende 2025 waren noch 295 Rottweiler im Kanton Zürich gemeldet.
Die Aussage: „Rottweiler sind im Kanton Zürich verboten“
kann den falschen Eindruck erwecken, dass jeder Rottweiler im Kanton illegal sei. Das ist nicht der Fall.
Der Cane Corso steht nicht auf der Rassetypenliste II.
Das sind Fakten.
Man sollte nicht den Fehler machen zu behaupten:
Rottweiler = gefährlich, Cane Corso = ungefährlich.
So einfach ist die Welt nicht.
Beides sind große und kräftige Hunderassen. Beide können bei falscher Haltung, fehlender Kontrolle oder problematischem Verhalten erhebliche Verletzungen verursachen.
Die rechtliche Einstufung einer Rasse sagt nichts über den Charakter jedes einzelnen Hundes aus.
Der eigentliche Punkt:
Hört auf, Hunde nach dem ersten Blick zu beurteilen.
Ein Hund ist nicht automatisch aggressiv, weil er groß ist.
Ein Hund ist nicht automatisch harmlos, weil er klein ist.
Ein Hund ist nicht automatisch ein Rottweiler, weil er schwarz-braun ist.
Ein Hund ist nicht automatisch ein „Kampfhund“, nur weil er einen breiten Kopf und kräftigen Körperbau hat.
Fragt nach.
Wenn ihr euch mit Hunden nicht auskennt, ist das keine Schande.
Aber dann sollte man nicht überzeugt behaupten, welche Rasse man vor sich hat.

Gerade wir Hundehalter sollten es besser machen.
Wir erwarten gegenseitigen Respekt.
Dann sollten wir ihn auch zeigen.
Respekt vor Menschen, die Angst vor großen Hunden haben.
Respekt vor Menschen, die sich informieren möchten.
Respekt vor Hundehaltern, die nicht jedes Mal erklären möchten, dass ihr Hund
kein Rottweiler, kein Kampfhund und kein „Listenhund“

ist,
nur weil jemand ihn falsch eingeordnet hat.
Erst fragen. Dann informieren. Dann urteilen.
Ein bisschen Wissen über Hunde würde in vielen Diskussionen guttun.
Vielleicht ist der „Kampf der Titanen“ am Ende gar keiner –
sondern einfach zwei verantwortungsvolle Hundehalter mit zwei unterschiedlichen Hunden.
Am Ende zählt nicht die Größe der Rasse, sondern Verantwortung, Erziehung und der respektvolle Umgang miteinander. 🐾
Jessica und Picasso




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